Kategorie-Archiv: Aktuelles

Casino – die älteste Bürgergesellschaft Mülheims feiert Jubiläum

Wir schreiben das Jahr 1816. Die napoleonischen Kriege sind soeben beendet, der Wiener Kongress hat sich daran gemacht, den Trümmerhaufen, den der große Held in Europa hinterlassen hat, aufzuräumen. Der „normale“ Bürger, ob klein oder groß, hat vom Heldentum gründlich die Nase voll und zieht sich in privat-geselligen, schöngeistig orientierten Lebensgenuss zurück.

In Mülheim tat das eine Reihe von Kaufleuten und Beamten, deren Vereinigung als „Casino“ in diesem Jahr erstmals urkundlich erwähnt wird, und zwar im Zusammenhang mit dem Erwerb eines eigenen Vereins-Gebäudes an der Ruhrstraße in der Nähe des Rathauses. Formulierungen des Kaufvertrages lassen aber darauf schließen, dass die Casino-Gesellschaft möglicherweise noch älter ist.

Eine markante Veränderung vollzog sich 1841/42: Die Casino-Gesellschaft erbaute an der Delle 57 ein zweites Vereins-Gebäude mit großem Ballsaal, Clubräumen, Kegelbahn und Weinkeller, das 100 Jahre lang für Veranstaltungen aller Art genutzt wurde, und gab sich eine Satzung. Der 18.6.1842, an dem König Friedrich -Wilhelm IV. von Preußen der Mülheimer Casino-Gesellschaft die Rechte einer Korporation verlieh, wurde lange als Gründungsdatum der Gesellschaft angesehen, bis Nachforschungen des Mülheimer Geschichtsvereins, die Herr Bernd Brinkmann in der Mitgliederversammlung 2014 vortrug, den historischen Horizont enorm erweiterten.

Das musisch betonte Emblem über dem Eingang des Gebäudes Delle 57 kann bei den Mitgliedern nur noch nostalgische Gefühle auslösen, da das Haus in den Kriegswirren durch das Verbot der Vereinstätigkeit verloren ging. Es wurde von der Stadt an die Freikirche verkauft und beherbergt in den Clubräumen zusätzlich eine private Musikschule.

Erhalten und lebendig geblieben ist aber die Casino-Gesellschaft als älteste Bürgergesellschaft Mülheims, die sich mit Hingabe der „Förderung und dem Genuss des geselligen Lebens in einem anständigen Kreise“ widmet, wie es in der Sprache von 1842 in der Satzung heißt. Das bedeutet ein breit gefächertes Angebot vom monatlichen Stammtisch und traditionellen Festen wie Wildessen und Stiftungsfest über kulturelle Veranstaltungen wie Ausstellungen oder Konzerte bis zu mehrtägigen Kultur- und Genussreisen zu Zielen im In- und Ausland.

Als fest in der Mülheimer Gesellschaft verwurzelte Vereinigung heißen wir jeden willkommen, der sich in diesem Sinne einbringen möchte.

Dy

 

Fahrradtour der Mülheimer Casinogesellschaft von 1816

Los ging es am 03.07.2016 an der Auffahrt zum Radschnellweg Ruhr RS1 am Hauptbahnhof in Mülheim. Auf der ehemalige Trasse „Rheinische Bahn“ wurde im November 2015 der zweite Bauabschnitt eröffnet, so dass der RS1 inzwischen von Mülheim bis zur Universität in Essen führt.

In Frohnhausen bogen wir ab auf die „Wasserroute“, die uns über das Rhein-Ruhr-Zentrum und die Margerethenhöhe in den ländlichen Stadtteil Essen-Schuir führte. Vorbei an der Walter-Hohmann-Sternwarte fuhren wir bis zur Ruhr in Essen-Werden. Von dort führte uns der Ruhrtal-Radweg über Kettwig zurück nach Mülheim.

Unterwegs machten wir Halt im „Gasthaus Alte Fähre“ in Kettwig.

Casinofreunde an der Ruhr
Casinofreunde auf dem Rad an der Ruhr

Willkommen bei den Sch’tis – Casino Reise nach Nordfrankreich

Willkommen bei den Sch’tis – Casino Reise nach Nordfrankreich

Die traditionelle Mülheimer Casino -Jahresfahrt führte 2016 nach Lille, flämisch Rijsel, im Norden Frankreichs – aus den eigenen Reihen von Françoise und Dr. Peter Zickler sowie Eva und Johannes Schäfer organisiert. Für das gute Wetter sorgte traditionsgemäß der erste Vorsitzende Dr. Henner Kollnig. Am ersten Tag wurde Roubaix, 14 km von Lille entfernt, erkundet und dort das Museum für Kunst und Gewerbe besucht.

Dr.Henner Kollnig (li.) eröffnet das Abendessen bei der Casino-Jahresfahrt 2016

Die Gesellschaft logierte hervorragend  in Lille im Grand Hôtel Bellevue.
Das Abendessen im „Couvent des Minimes Alliance Lille“ mit Aperitif im Kreuzgang war ein weiteres Highlight der Kurzreise.
Der zweite Tag begann mit einer Stadtführung durch Lille und Besichtigung der Altstadt. Am Nachmittag gab es einen Ausflug nach Lens, um dort das 14.000 m² große Museum Louvre Lens, eine Zweigstelle des Pariser Louvre, zu besichtigen. Ein überwältigender Eindruck für die Kunstfreunde aus der Kunststadt Mülheim an der Ruhr. Ein stilechtes Abendessen gab es im Restaurant Clément Marot.

Beeindruckend auf über 14.000 Quadratmetern das Museum in Lens

Auf der Rückfahrt am Sonntag Halt in Turnhout (in der Nähe von Antwerpen)mit Besichtigung des Kastells der Herzöge von Brabant aus dem 13. Jh. mit anschließendem Bummel durch Turnhout mit dem „Grote Markt“ und „Beginenhof“. Eine gelungene Reise auf den Spuren der flämischen Seele.

 

Fotos von Dr. Günter Franck, Kunststadt Mülheim

Kunst & Spargelgenuss der Mülheimer Casinogesellschaft von 1816

Kunst & Spargelgenuss der Mülheimer Casinogesellschaft von 1816

Organisiert aus den eigenen Reihen durch Uta und Frank-Peter Buchwald führte die traditionelle Spargelfahrt 2016 mit 70 Teilnehmern in 2 Reisebussen nach Brühl.

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Führung durch André Dumont durch das Max-Ernst-Museum in Brühl bei Köln

Der Kunsthistoriker André Dumont führte durch das Max-Ernst-Museum und begeisterte die Kunstfreunde mit Erläuterungen zum privaten und künstlerischen Lebensweg des Künstlers – der von der klassischen Malerei als Autodidakt ohne akademische Ausbildung – auch beeinflusst von den Kriegswirren 1919  Gründer  der Kölner Dada.Gruppe mit dem selbst erfundenen Beinamen „minimax dadamax“ gemeinsam mit Johannes Theodor Baargeld, dem „Zentrodada“, und Hans Arp war.

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DADA – eine Revolution der Kunstwelt

Nach dem Sektempfang im „Kaiserbahnhof“  und ausgiebigem Spargelessen ging die Bildungskurzreise weiter zum Schloss Augustusburg.

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Gesellschaft Casino Mülheim e.V. vor dem Schloss Augustusburg in Brühl bei Köln

Schloss Augustusburg, oft einfach Schloss Brühl genannt, zählt als Lieblingsresidenz des Kölner Kurfürsten und Erzbischofs Clemens August aus dem Hause Wittelsbach (1700 – 1761) zu den ersten bedeutenden Schöpfungen des Rokoko in Deutschland.

Die Casinofreunde freuten sich über eine lebhaft vorgetragene Führung und erfuhren viel über
den westfälischen Baumeister Johann Conrad Schlaun, der 1725 das Schloss auf den Ruinen einer mittelalterlichen Wasserburg errichtete.

Ab 1728 erhielt das Schloss Augustusburg unter dem kurbayerischen Hofbaumeister François de Cuvilliés seine Ausgestaltung als herausragende Residenz dieser Zeit. Bis zu seiner Vollendung 1768 wirkten hier namhafte Künstler von europäischem Ruf. Beispielhaft sei Balthasar Neumann genannt, der den Entwurf für das Prunktreppenhaus anfertigte, ein Bravourstück, eine hinreißende Schöpfung voller Dynamik und Eleganz.

Kein Wunder, dass ab 1949 das Schloss viele Jahrzehnte lang als Repräsentationsschloss des Bundespräsidenten und der Bundesregierung diente.

Die barocke Gartenanlage schuf Dominique Girard nach französischem Vorbild ab 1728. Sie ist auf Grund sachgemäßer Restaurierung und Pflege heute eine der authentischsten Gartenanlagen des 18. Jahrhunderts in Europa.

Clemens August von Bayern wurde am 16. August 1700 als vierter Sohn des bayerischen Kurfürsten Max Emanuel und der polnischen Königstochter Therese Kunigunde Sobieska in Brüssel geboren. Der Vater bestimmte ihn zum geistlichen Stand, da damit auch große politische Macht verbunden war. Clemens August gelang eine glänzende Karriere: Bereits im Alter von 15 Jahren erhielt er die ersten geistlichen Würden und trat 1716 sein erstes Bischofsamt in Regensburg an. Nach einem zweijährigen Studium der Theologie in Rom wurde Clemens August schließlich 1719 anstelle seines plötzlich verstorbenen Bruders Philipp Moritz zum Bischof in Münster und Paderborn gewählt, 1722 folgte die Wahl zum Bischof von Hildesheim. Schließlich trat er die Nachfolge seines Onkels Joseph Clemens im Amt des Kölner Erzbischofs und Kurfürsten im Jahr darauf an, wenngleich die Bischofsweihe erst 1727 in Viterbo durch Papst Benedikt XIII vorgenommen wurde.

Trunken von so viel geschichtlichen Daten wurden die Busse wieder angesteuert, denn das nächste und letzte Ziel der Casino-Spargelfahrt war der Besuch eines Bornheimer Spargelhofes, der etliche Kilogramm des ersten Spargels für den heimischen Herd bereitstellte.

 

200 Jahre Lebensfreude in Mülheim an der Ruhr

200 Jahre Lebensfreude in Mülheim an der Ruhr

Casinogesellschaft Mülheim – das 200. Jubiläumsjahr beginnt fulminant beim Frühlingsbrunch 2016

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Dr. Henner Kollnig begrüßt über 90 Casinofreunde beim „Frühlingsbrunch-2016“

Über 90 Mitglieder und Freunde der ältesten Mülheimer Bürgergesellschaft feierten den Übergang in den Frühling am 13. März 2016 beim Brunch im „Leonardo“ in der Schlossstraße der Kunststadt Mülheim – diesmal dabei 25 Jugendliche und Kinder.  Der Vorsitzende Dr. Henner Kollnig konnte freudig den eigens aus Texas angereisten ehemaligen 2. Vorsitzenden Karsten Radtke begrüßen.

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Ruhranlage der Stadt Mülheim – rechts das Casinogebäude Delle / Ecke Auf dem Dudel

Das Casinogebäude an der Delle in der Ruhranlage kennt jeder Mülheimer, von Touristen wird es vielfach fotografiert. Im Jahr 1841 erbaute die Bürgergesellschaft „Gesellschaft Casino“ dieses imposante Haus als zweites Stammhaus der Gesellschaft mit Ballsaal, Clubräumen, Kegelbahn und Weinkeller. Fast 100 Jahre fanden hier rauschende Feste statt. Das denkmalgeschützte Casinogebäude trägt noch das Wappen der Gesellschaft und wird heute von einer freikirchlichen Einrichtung genutzt. Daher sucht sich die Gesellschaft seither in der näheren Umgebung geeignete Festräume.

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Urkunde vom 27. April 1816 – mit dem Nachweis des Bestehens der Gesellschaft Casino Mülheim

Die Mülheimer Casinogesellschaft ist urkundlich bereits im Jahr 1816 nachgewiesen, wie der Mülheimer Geschichtsverein schon im Jahr 2007 durch eine Recherche von Bernd Brinkmann herausfand. Dort wo heute das Rathaus an die Ruhrbania-Neubauten angrenzt stand das erste Stammhaus der Gesellschaft in der Ruhrstraße. Der Kaufvertrag über dieses Gebäude datiert 27. April 1816 und wurde durch 19 bekannte Mülheimer Persönlichkeiten unterzeichnet, die auch den Kaufpreis aufbrachten:

  • 1tensder Herr Rath und Rentmeister Georg Wilhelm Bilger
  • 2tensder Herr Doctor Joh. Friedrich Küntzel
  • 3tensder Herr Kaufmann Friedrich Heller
  • 4tensder Herr Kaufmann Bartel Charisius
  • 5tensder Herr Kaufmann Johann Schmitz jun.
  • 6tensHerr J. C. Troost Kaufmann dahier
  • 7tensder Herr Kaufmann Herm: Wilh: von Eicken
  • 8tensder Kaufmann Herr Ferdinand Troost
  • 9tensder Kaufmann Herr Caspar Troost jun.
  • 10tensder Kaufmann Herr Peter Friedrich Denhardt
  • 11tensder Kaufmann Herr L.W. Rheinen
  • 12tensder Herr Landgerichts Assessor Arnold Berghaus
  • 13tensder Herr Landgerichts Director Carl Bilger
  • 14tensder Herr Landgerichts Secretair Heinrich Schramm
  • 15tensder Herr Kaufmann Hermann Kriens
  • 16tensder Herr Kaufmann Friedrich Wilhelm Fabarius
  • 17tensder Herr Kaufmann Friedrich Middendorff
  • 18tensder Herr Kaufmann Friedrich Vörster und
  • 19tensder Herr Doctor Philipp Marcks

So ist das Jubiläumsjahr mit einem besonderen Programm ausgestattet – neben zahlreichen traditionellen Veranstaltungen findet im September 2016 das 200. Stiftungsfest im Schloss Hugenpoet an der Stadtgrenze Mülheim / Essen statt treu der Satzung des Vereins „Förderung des geselligen Lebens in einem anständigen Kreise“.

Mit neuem Vorstand in das 200. Jahr der Vereinsgeschichte – Dr. Henner Kollnig als Vorsitzender bestätigt


Mit neuem Vorstand in das 200. Jahr der Vereinsgeschichte – Dr. Henner Kollnig als Vorsitzender der Gesellschaft Casino Mülheim e.V. von 1816 bestätigt

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Auszug aus der Urkunde, datiert im April 1816 zum Nachweis des 200. Bestehens der Mülheimer Casinogesellschaft

Die ordentliche Mitgliederversammlung der Gesellschaft-Casino Mülheim e.V. von 1816 wählte am 27. Januar 2016 einen neuen Vorstand. Als Vorsitzender wurde Dr. Henner Kollnig bestätigt.

Gerd Meier wurde als 2. Vorsitzender gewählt – er folgt Marten Breckling.

Als Schriftführer wurde Michael Arndt gewählt – er folgt Jan Dwornig – als Rechnungsführer wurde  Hans-Dieter Müller gewählt – er folgt Dr. Peter Ramme.

Als Gesellschaftswart wurde Peter Vaitl-Heelweg in seinem Amt bestätigt.

Dr. Henner Kollnig stellte das Jahresprogramm 2016 vor – das Highlight wird zweifelsohne die Jubiläumsfeier zum 200. Bestehen des Vereins sein. Im Schloss Hugenpoet findet am 17. September 2016 ein rauschendes Fest mit umfangreichem Programm statt.

Alle Veranstaltungen sind auf dieser Webseite bereits aufgeführt.

 

Jahresausklang 2015 – ein erfolgreiches Jahr der Casinogesellschaft Mülheim

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Dr. Henner Kollnig (Bildmitte mit Manuskript) blickte auf ein erfolgreiches Jahr 2015 zurück und konnte zahlreiche neue Gäste im Schloss Schellenberg in Essen begrüßen

Jahresausklang 2015 – ein erfolgreiches Jahr der Casinogesellschaft Mülheim

Ein ansprechendes Ambiente im historischen Rittersaal von Schloss Schellenberg sorgte bei hervorragenden Speisen für die Kulisse zum diesjährigen Jahresabschluss. Nach der zuvor besuchten Konzertveranstaltung in  der Villa Hügel feierten fast 80 Mitglieder und Gäste den Jahresausklang 2015 bei frühlingshaften Temperaturen.

Dr. Henner Kollnig kündigte auch die für 2016 geplanten zahlreichen Veranstaltungen an und wünschte den Familien und Freunden gesegnete Weihnachten und einen guten Rutsch ins Neue Jahr.

Wein- und Genussreise der Gesellschaft Casino Mülheim nach Rheinhessen 23.10 – 25.102015

Wein- und Genussreise nach Rheinhessen 23.10 – 25.10.2015

Also – das mit dem Wetter scheint ja auch unter dem neuen Vorstand gut zu klappen – und, wie sich an den folgenden Tagen zeigte, auch alles andere. Während der Oktober sich vorher einige Tage lang novemberhaft nieselig gab, besann er sich am Tage der Abfahrt doch etwas auf das ihm nachgesagte Gold, zunächst etwas mehr „Altgold“, aber es wurde immer besser. Daher konnten wir auch auf der Hinfahrt während zahlreicher Staus die bunte Landschaft in aller Ruhe genießen.

Bedingt durch die Verspätung, musste die Verteilung auf die verschiedenen Unterkünfte in dem kleinen Ort Flonheim zügiger als vorgesehen geschehen, was aber durch die gute Vorbereitung und Vorabinformation keine Probleme bereitete. So konnten wir doch einigermaßen pünktlich am ersten geplanten Treffpunkt erscheinen, dem Weingut „Espenhof“. Mit dem Begrüßungstrunk verband sich eine kurze Führung durch den Weinkeller mit Erläuterungen durch Wilfried Espenschied und Sohn Nico. Danach konnten wir bei einer „Rheinhessischen Vesper“ wieder zu Kräften kommen, deren Hauptteil die Verkostung von acht verschiedenen Weinen des Espenhofs war. Das fand vor allem bei einer „jüngeren Fraktion“ solchen Anklang, dass sie noch länger blieb und darauf verzichtete, mit dem Bus ins Hotel gefahren zu werden.

Hauptpunkt des nächsten Tages war das Treffen mit der Casinogesellschaft 1824 Bad Kreuznach, deren Präsident Dr. Karl August Streicher uns am Parkhotel Kurhaus zusammen mit dem Schriftführer der Gesellschaft, Rechtsanwalt Christian Closhen, begrüßte. Er hatte für uns in kleinen Gruppen Stadtführungen organisiert, die es ausgezeichnet verstanden, natürliche und historische Gegebenheiten lebendig werden zu lassen, die auch noch das gegenwärtige Leben bedingen Besonders bedenkenswert die hier durch Adenauer und de Gaulle initiierte deutschfranzösische Freundschaft, auf die ein Gedenkstein vor dem Kurhaus hinweist. Der anschließende Mittagsimbiss mit Weinprobe auf der Kauzenburg gab Gelegenheit, nicht nur die Informationen über die beiden Gesellschaften zu vertiefen, sondern auch die Weine zu verkosten, die in der Landschaft wuchsen, die uns der Panoramablick von der Burg in der strahlenden Herbstsonne zeigte. Weit zurück in die Geschichte der Region führte der abschließende Besuch der Römerhalle, die Fundstücke aus der Römischen Kaiserzeit um zwei Mosaike aus einer hier entdeckten Villa gruppiert, die einen nachdenklich machen konnten über Standards der Hochkultur und ihre gesellschaftlichen Bedingungen.

Nach einer kurzen „Erholungspause“ fand der Tagesabschluss schließlich im Gewölbekeller der Flonheimer „Dohlmühle“ statt. Ein Sektempfang mit „Fingerfood“ diente gewissermaßen als Training für das folgende 4-Gänge-Menu mit jeweils korrespondierenden Weinen, zweifellos der kulinarische Höhepunkt der ganzen Reise.

Am Sonntag einfach nur nach Hause zu fahren, dafür wäre der Tag sicher zu schade gewesen. Also war noch ein Abstecher zur Marksburg bei Braubach vorgesehen. Das ziemlich beschwerliche und gar nicht romantische Leben auf einer Burg vermochte uns ein Geschichtsstudent sehr kenntnisreich und anschaulich nahe zu bringen. Anschließend noch ein Mittagessen im Festsaal der Burg und ein Rundblick auf die Farbenpracht des Rheintals, die auf der Rückfahrt langsam in der früh heraufziehenden Dämmerung versank. Dy

199. Stiftungsfest der Gesellschaft Casino Mülheim im Wasserbahnhof mit neuen Impulsen

199. Stiftungsfest der Gesellschaft Casino Mülheim im Wasserbahnhof mit neuen Impulsen

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Big Band der Otto-Pankok-Schule beim 199.Stiftungsfest der Gesellschaft Casino e.V. von 1816 im Mülheimer Wasserbahnhof

In der Satzung der 1816 gegründeten Mülheimer Traditionsgesellschaft ist u.a. als Ziel „Die Förderung und der Genuss des geselligen Lebens in einem anständigen Kreise“ festgeschrieben. Angeregte Gespräche bei strahlendem Wetter auf der Terrasse des Wasserbahnhofs und Genuss der hervorragenden Küche wurden diesmal durch ein besonderes Highlight abgerundet. 

In diesem Jahr sorgte nämlich die Big Band der Otto-Pankok-Schule für einen musikalischen Hochgenuss . Diese Big Band wurde im Mai 2015 Jahr mit dem Mülheimer Schulkulturpreis in der Kategorie Musik mit einem Preisgeld  ausgezeichnet. 

Ausgezeichnet wurde dabei das Projekt „Jazz@School“. In diesem Projekt probten Profi-Musiker der WDR-Bigband mit Schülern der Big Band des Otto-Pankok-Gymnasiums. In einem gemeinsamen Konzert stellten die Schüler die mit den Profis erarbeiteten Stücke vor.

Der Vorsitzende der Gesellschaft Casino Dr. Henner Kollnig betonte in seiner Begrüßungsansprache, dass zwischen Musik und Casinogesellschaft schon immer eine enge Verbindung bestand. Im 19ten Jahrhundert stellten die Casinogesellschaft und der Bürger-Verein ihre Räumlichkeiten für Konzerte zur Verfügung. Die sogenannten „Casino-Concerte“ fanden im 1842 errichteten Casinogebäude Delle 57 statt. Es verfügte über Ballsaal mit Bühne, Kegelbahn, Weinkeller und Clubräume. 100 Jahre lang wurde das Gebäude von unserer Casinogesellschaft Mülheim als Gesellschaftshaus genutzt.

Musikalischer Ausblick

Auch bei der diesjährigen Jahresausklangs-Veranstaltung der Gesellschaft Casino am Sonntag,  20. Dezember 2015, wird wieder die Musik im Vordergrund stehen. Eintrittskarten für das Weihnachtskonzert des Folkwang Kammerorchesters in der Villa Hügel sind bereits reserviert. Anschließend ist diesmal ein Mittagessen im Rittersaal von Schloss Schellenberg geplant.

Die Mülheimer Bürgergesellschaft „Gesellschaft Casino e.V“ auf Spargelfahrt

Die Mülheimer Bürgergesellschaft „Gesellschaft Casino e.V“ mit 62 Teilnehmern auf Spargelfahrt 

Die traditionelle Spargelfahrt 2015 hatte diesmal ein besonders Highlight im Programm: Besuch der historischen Narrenmühle in Dülken, Sitz der  „Narrenakademie. Die erleuchtete Mondsuniversität. Die berittene Akademie der Künste und Wissenschaften zu Dülken“. 

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Beim Wahlgang, der „Ballotage“ bekam jeder Wahlberechtigte eine grüne und eine gelbe Erbse, die mit dem „Ballotiergerät“ gezählt wurden (Ausstellung in der Narrenmühle zu Dülken)

Bei einer eindrucksvollen Führung kam heraus, dass der dortige Verein im Jahr 1554 gegründet wurde. Die Narrenakademie verleiht den Titel „Doctor humoris causa“. Träger sind unter anderem berühmte Narren wie Johann Wolfgang von Goethe, Berti Vogts, Erich Kästner, Salvador Dalí, Konrad Beikircher,Hanns Dieter Hüsch, Konrad Adenauer und der erste Mann auf dem Mond, Neil Armstrong sowie 2006 der damalige Ministerpräsident des Landes Nordrhein-Westfalen, Dr. Jürgen Rüttgers. Das älteste bekannte Diplom der Narrenakademie wurde 1746 ausgestellt, wie in Wikipedia nachzulesen ist.

Beim Stadtrundgang durch Dülken zeigte uns Christa Heyer u.a. ihre „Theodor-Frings-Privatschule“.

Der Spargelgenuss war außerordentlich und fand im von Anja Heyes geführten Restaurant „Landwirtschaft“ auf dem Berderhof in Schiefbahn statt – vortrefflich organisiert von Eva und Johannes Schäfer.

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Landwirt Georg Heyes zeigt stolz seinen Berderhof, wo er u.a. eine erstklassige Spargelproduktion betreibt

Unser Mitglied Roland Dymke schreibt:

Veronika, der Lenz ist da…

die Bäume blühen, tralala die ganze Welt ist wie verhext, Veronika, der Spargel wächst

Kaum war es der Frühlingssonne gelungen, das angeblich besonders wirkungskräftige Edelgemüse aus dem Boden zu locken, so verspürte die Gesellschaft Casino auch schon den Drang, seinem Genuss zu frönen. Als man sich aber am 25. April auf den Weg machte, versteckte sich die Sonne hinter dicken Regenwolken, die das für den Nachmittag geplante Spargelstechen fraglich erscheinen ließen.

Doch zunächst ging es natürlich um Kultur, deren Anfänge kulturkritisch waren: Die „Dülkener Narren-Akademie“, durch deren Museum in der „Narrenmühle“ wir geführt wurden, entstand im 16. Jahrhundert als Parodie auf den gespreizten akademischen Betrieb und nahm im 19.Jahrhundert auch karnevalistische Traditionen auf, die bis heute als Brauchtum auf eigene Weise gepflegt werden. Der anschließende Stadtrundgang machte mit dem alten, ummauerten Stadtkern bekannt. Beeindruckend das Engagement der Leiterin einer Schule für behinderte Kinder, die auch die Besichtigung leitete.

Der kulinarische Teil des Unternehmens fand auf dem 20 km entfernten, über 500 Jahre alten Berderhof in Willich-Schiefbahn statt.. Während des hervorragenden, spargelzentrierten Essens wurde offiziell mitgeteilt, dass das geplante Spargelstechen wohl zu einem Schlammwaten entartet wäre. Statt dessen führte uns Bauer Heyes durch die Ställe, die Spargelverarbeitungsanlage und den Laden, der vor allem von den Damen eifrig frequentiert wurde. Seine Art, Aufgaben und Probleme darzustellen, zeigte: Hier war jemand mit dem Herzen bei der Sache, vor allem für die Tiere.

Nach dem gelungenen Ausflug war es nicht weiter verwunderlich, dass sich die Anmeldeliste für die herbstliche Wein- und Genussreise nach Rheinhessen rasch füllte.

 

Dy